Der Einäugige unter den Blinden – Den richtigen Ausbildungsberuf finden!

Ausgangssituation: Ok, klingt vielleicht nicht nett, aber meinen Kunden und seine Eltern hat es total glücklich gemacht. Mike (18 J.) kam auf Drängen seiner Mutter zu mir. Seine Schulnoten waren nicht besonders und einen Ausbildungsplatz hat er nur im Betrieb seiner Tante bekommen. Nun machte ihm die Ausbildung zum Grafikdesigner aber keinen Spaß und er kam mit dem Leistungsniveau in der Berufsschule nicht mit. Die Noten in der Berufsschule waren unterirdisch und er wurde von den anderen Schülern und von den Lehrkräften gehänselt. Es kam immer Frust auf, es gab zunehmend Streit in der Familie und seine Freunde nutzten ihn schamlos aus.

 

Handlung: Ich fragte Mike, warum er die Ausbildung angefangen hat und die Antwort war: „Mama. Mama hat gesagt …“. Auf die Frage, welchen Job er lieber machen wollte, kamen dann Jobs wie: Polizist, Soldat, Personenschützer, etc. Schnell war klar, hier geht es um Anerkennung. Jetzt waren die Schulnoten unterirdisch, die körperliche und gesundheitliche Verfassung entsprach auch nicht den Anforderungsprofilen der Traumjobs. Ich fing an mit Mike über weitere Ausbildungsalternativen nachzudenken, dann kam ihm die Idee: Ich werde Dachdecker … gesagt, getan, schnell die Ausbildung zum Grafikdesigner abgebrochen und das Probearbeiten beim ortsansässigen Dachdecker gestartet. Ich wollte ihm noch zurufen, warte mal … hier gibt es noch einiges zu klären, aber da war er schon wieder weg. Bereits nach drei Tagen Probearbeiten auf dem Bau, war die Euphorie dahin und am 4. Tag war klar: Einen 5. Tag wird es mit ihm dort nicht geben. Jetzt war das Selbstbewusstsein ganz dahin und die Ratlosigkeit noch größer. Mike kam jetzt aber freiwillig zu mir und war bereit, mit mir zu arbeiten. Ich sagte ihm wenig charmant: „Wir müssen eine Ausbildung finden, die dir Spaß macht, wo du inhaltlich mitkommst und du vielleicht sogar der Einäugige unter den Blinden bist!“ Gott sei Dank verstand Mike, was ich meinte. Wir machten eine Potenzialanalyse, durchliefen die 7 Schritte der beruflichen Neuorientierung. Und siehe da, Mike ist der perfekte Verkäufertyp. Die Verknüpfung zur Anerkennung war von Mike schnell hergestellt: „Ich berate die Kunden, sie vertrauen mir und sie können sich auf mich verlassen.“ Klasse! Ein Ausbildungsberuf war auch schnell gefunden – „Kaufmann im Einzelhandel“ hieß das neue Ziel. Schnell die Bewerbungsunterlagen erstellt und ihn auf das Vorstellungsgespräch vorbereitet. Nach wenigen Bewerbungen kamen die Einladungen zu Vorstellungsgesprächen rein und Mike konnte ohne Zeitverlust in die neue Ausbildung starten.

Ergebnis: Mike zieht die Ausbildung durch, schließlich hatte er das beste Ergebnis in der Zwischenprüfung in seiner Klasse! Mike stolz, Eltern stolz, … Zukunft gesichert!

Aufwand: 9 Stunden

Leistungen: Coaching-Programm „Berufliche Neuorientierung“, Selbstbewusstsein gestärkt, Bewerbungsunterlagen und Vorstellungsgesprächstraining,