Arbeitsmarkt & Karriere · Frankfurt und Rhein-Main

Arbeitsmarkt Frankfurt und Rhein-Main: Zahlen, Branchen, Chancen

Frankfurt hat einen der größten Arbeitsmärkte Deutschlands, aber er ist schwieriger geworden. Was die aktuellen Zahlen zeigen, wo Stellen wegfallen und was das für Fach- und Führungskräfte heißt, die wechseln wollen oder müssen.

Kay Bröder

Kay Bröder · Karriereberater seit 2009
Stand: November 2026

Kurz gesagt

In Frankfurt sind rund 32.000 Menschen arbeitslos, etwa 3 % mehr als vor einem Jahr, und Arbeitgeber melden weniger neue Stellen. Stellen fallen vor allem in der Industrie weg. Banken bauen um, die Beschäftigung im Finanzsektor wächst in Hessen aber sogar leicht. Wer wechseln muss, braucht eine klare Zielposition und Zugang zu Stellen, die nicht ausgeschrieben werden.

Die Zahlen

Die Arbeitslosigkeit in Frankfurt liegt seit Jahresbeginn 2026 durchgehend über 31.000 und deutlich über dem Vorjahr. Im September 2026 waren 31.856 Menschen arbeitslos, 3,0 % mehr als im September 2025.

7,1 %Arbeitslosenquote Stadt Frankfurt, Sept. 2026
+3,0 %Arbeitslose zum Vorjahresmonat
−3,2 %neu gemeldete Stellen, Jan.–Sept. 2026 zum Vorjahr
30.00031.00032.00033.00031.856OktNovDezJanFebMärAprMaiJunJulAugSep20252026
Arbeitslose in der Stadt Frankfurt am Main, Oktober 2025 bis September 2026. Quelle: Bundesagentur für Arbeit, nach IHK Frankfurt am Main.
Die Werte als Tabelle
MonatArbeitslose
Sep 202631.856
Aug 202632.574
Jul 202632.453
Jun 202631.352
Mai 202631.592
Apr 202632.030
Mär 202631.391
Feb 202631.775
Jan 202632.047
Dez 202530.622
Nov 202530.257
Okt 202530.899

Im Umland ist die Quote niedriger: 5,6 % im Main-Taunus-Kreis, 5,1 % im Hochtaunuskreis (IHK Frankfurt). Ein Drittel der Arbeitslosen in Frankfurt ist seit mindestens einem Jahr ohne Arbeit, im September 2026 waren das 10.640 Menschen. Auch die Beschäftigung schrumpft: Im März 2026 zählte Frankfurt 648.416 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, 0,5 % weniger als ein Jahr zuvor und erstmals seit 2021 unter dem Vorjahr (Agentur für Arbeit Frankfurt).

Wo Stellen wegfallen und wo nicht

Der stärkste Abbau läuft in der Industrie. In FrankfurtRheinMain sank die Zahl der Industrie-Beschäftigten zwischen September 2024 und September 2025 um rund 10.500, das sind 2,9 % in einem Jahr. Etwa jeder vierte Industriebetrieb plant weiteren Abbau, nur jeder zehnte will Stellen schaffen. Als größte Risiken nennen die Betriebe Energie- und Rohstoffkosten (76 %), gesetzliche Rahmenbedingungen (67 %) und Arbeitskosten (58 %) (IHK Industrie-Konjunktur).

Ein aktuelles Beispiel: Schaeffler gibt den Standort Schwalbach am Taunus auf. 190 der 385 Stellen fallen weg, die übrigen Beschäftigten sollen nach Frankfurt wechseln (hessenschau, 3.11.2026).

Weitere Beispiele aus der Autoindustrie der Region: Der Zulieferer Aumovio streicht in Frankfurt bis Ende 2026 bis zu 220 Stellen, vor allem in der Entwicklung (hessenschau, 27.1.2026). Opel verkleinert sein Entwicklungszentrum in Rüsselsheim bis Ende 2027 von rund 1.650 auf 1.000 Ingenieure (Eurofound). Betroffen sind damit oft hoch qualifizierte Fachkräfte.

Die Banken bauen eher um als ab. In Hessen wuchs die Beschäftigung bei Finanz- und Versicherungsdienstleistern bis Juli 2026 um 1,0 %, im verarbeitenden Gewerbe sank sie um 2,8 % (Regionaldirektion Hessen). Unter Druck stehen Standardtätigkeiten, Filialen und Backoffice. Die Commerzbank etwa will bis 2028 rund 3.900 Vollzeitstellen streichen, vor allem in der Frankfurter Zentrale (hessenschau).

Zusätzliche Stellen entstehen in Gesundheit und Sozialwesen: In Hessen wuchs die Beschäftigung im Gesundheitswesen um 2,1 %, in Heimen und im Sozialwesen um 3,3 %.

Meine Erfahrung: In Frankfurt werden immer mehr Spezialisten gesucht, und oft bleiben Stellen unbesetzt, weil genau diese Spezialisten fehlen. Gleichzeitig ist Frankfurt-Rhein-Main für einen Wechsel ein guter Standort: Hier sitzen sehr unterschiedliche Branchen an einem Ort, und sie sind bei Digitalisierung und Automatisierung unterschiedlich weit. Wer in der eigenen Branche keine passende Stelle mehr findet, ist mit seiner Erfahrung in einer anderen oft gefragt.

Höhere Eintrittshürden

Die Agentur für Arbeit Frankfurt beschreibt den Markt als selektiver: Einstieg und Wechsel sind anspruchsvoller geworden, auch gut Qualifizierte stoßen an Grenzen. Ihr Geschäftsführer Björn Krienke sagt, entscheidend sei, „wer direkten Zugang dazu findet“ (Agentur für Arbeit Frankfurt). Im September 2026 meldeten Arbeitgeber zwar 16 % mehr Stellen als ein Jahr zuvor, die meisten aus der Lagerwirtschaft und der elektrischen Betriebstechnik. Seit Jahresbeginn liegt der Stellenzugang mit 13.891 Meldungen aber noch 3,2 % unter dem Vorjahr (Agentur für Arbeit Frankfurt).

Wo bis 2030 Fachkräfte fehlen

Die Hessischen Berufsprognosen zeigen, wohin die Reise geht: In der Stadt Frankfurt fehlen bis 2030 voraussichtlich vor allem IT-Fachkräfte, rund 5.170. Auch in der Unternehmensorganisation, in der Pflege und bei Finanzdienstleistungen entstehen Lücken. Bei Büro und Sekretariat sowie im Verkauf gibt es dagegen mehr Bewerber als Bedarf.

fehlenÜberhangIT- und Kommunikationsberufe−5.170Unternehmensorganisation und -strategie−2.360Gesundheits- und Krankenpflege−1.410Versicherungs- und Finanzdienstleistungen−910Mechatronik, Energie, Elektro−750Büro und Sekretariat+1.230Verkaufsberufe+1.480
Prognostizierte Lücke (−) oder Überhang (+) an Fach- und Arbeitskräften in der Stadt Frankfurt, 2023 bis 2030, ausgewählte Berufsgruppen. Quelle: IWAK, Hessische Berufsprognosen, Regionaldossier Stadt Frankfurt, Tabelle 5.
Die Werte als Tabelle
BerufsgruppeBeschäftigte 2023Lücke (−) / Überhang (+) bis 2030
IT- und Kommunikationsberufe40.841−5.170
Unternehmensorganisation und -strategie52.899−2.360
Gesundheits- und Krankenpflege, Rettungsdienst13.990−1.410
Versicherungs- und Finanzdienstleistungen59.218−910
Mechatronik, Energie, Elektro13.175−750
Büro und Sekretariat49.126+1.230
Verkaufsberufe27.718+1.480

Das ist eine Modellrechnung auf Basis 2023, keine Zählung offener Stellen. Sie zeigt aber, warum ein Wechsel aus einem überlaufenen Feld in ein gefragtes gut vorbereitet sein muss. Beispiele, welche Wechsel sich in Rhein-Main anbieten: Wechselwege in Rhein-Main.

Was das für Fach- und Führungskräfte heißt

  1. Breit bewerben hilft wenig. Bei weniger gemeldeten Stellen und mehr Bewerbern zählt, wie genau Profil und Stelle zusammenpassen.
  2. Die Region mitdenken. Eschborn, Offenbach, Bad Homburg, Neu-Isenburg, Darmstadt und Wiesbaden gehören zum selben Suchraum wie Frankfurt.
  3. Branchen wechseln, Kompetenzen mitnehmen. Wer aus der Industrie kommt, findet Chancen oft in Funktionen, nicht in der eigenen Branche.
  4. Den verdeckten Markt erschließen. Viele Positionen werden über Netzwerk und Personalberater besetzt, bevor eine Anzeige erscheint.

Aus meiner Praxis

Viele Beschäftigte bilden sich nicht selbst weiter, sondern verlassen sich darauf, dass der Arbeitgeber das übernimmt. Wenn dieser Arbeitgeber dann spart und Stellen abbaut, stehen sie vor der Frage, wo ihre Erfahrung noch gebraucht wird. Ein Quereinstieg ist dann oft der bessere Weg, aber nur, wenn er sehr gut vorbereitet ist. Sonst wird das nichts.

Sie stehen vor einer Trennung? Outplacement in Frankfurt. Sie wollen sich beruflich neu ausrichten? Berufliche Neuorientierung. Den Überblick über alle Länder finden Sie unter Arbeitsmarkt in den Bundesländern.

Häufige Fragen

Wie hoch ist die Arbeitslosenquote in Frankfurt?+

Im September 2026 lag sie bei 7,1 %, mit 31.856 Arbeitslosen. Im Main-Taunus-Kreis waren es 5,6 %, im Hochtaunuskreis 5,1 %.

Welche Branchen bauen in Frankfurt und Rhein-Main Stellen ab?+

Vor allem die Industrie: Dort fielen innerhalb eines Jahres rund 10.500 Stellen weg. Banken bauen eher um, in Hessen wächst die Beschäftigung im Finanzsektor sogar leicht.

Wo entstehen neue Stellen?+

In Hessen vor allem im Gesundheits- und Sozialwesen. In Frankfurt kamen im September 2026 die meisten neuen Stellen aus der Lagerwirtschaft und der elektrischen Betriebstechnik. Bis 2030 fehlen laut Prognose vor allem IT-Fachkräfte.

Quellen: IHK Frankfurt, 3. Quartal 2026 · IHK Industrie-Konjunktur FrankfurtRheinMain · Agentur für Arbeit Frankfurt, Presseinfo 34/2026 · Presseinfo 47/2026 · Presseinfo 58/2026 · IWAK, Hessische Berufsprognosen · Regionaldirektion Hessen, September 2026 · hessenschau zu Schaeffler · hessenschau zur Commerzbank · hessenschau zu Aumovio · Eurofound zu Opel. Die Zahlen werden vierteljährlich aktualisiert.

Kay Bröder

Über den Autor: Kay Bröder

Seit 2009 Karriereberater für Fach- und Führungskräfte, vorher selbst Personal- und Verwaltungsleiter und in der Unternehmensführung. Mehr als 1.000 Beratungen zu beruflicher Neuorientierung, Outplacement und Bewerbung.

Outplacement in Frankfurt · Berufliche Neuorientierung

Sie wollen wissen, wo Sie am Frankfurter Markt stehen?

Kostenloses Erstgespräch buchen

ca. 30 Minuten · telefonisch · kostenlos