Kay Bröder am Schreibtisch, daneben eine Deutschlandkarte mit der Arbeitslosenquote der Bundesländer

Arbeitsmarkt & Karriere · Regional

Der Arbeitsmarkt in den Bundesländern

Von 4,2 % in Bayern bis 11,2 % in Bremen: alle 16 Länder auf einer Karte – und was die Zahlen für Ihre Chancen bedeuten.

Kay Bröder

Kay Bröder · Karriereberater seit 2009
Stand: Oktober 2026

Die Karte: Arbeitslosenquote und Nahverkehr je Bundesland

Kurz gesagt

Im September 2026 lag die Arbeitslosenquote in Deutschland bei 6,4 %. Zwischen den Bundesländern liegen sieben Prozentpunkte: Bayern 4,2 %, Bremen 11,2 %. Für Ihre persönlichen Chancen zählt aber weniger die Quote Ihres Bundeslands als die Nachfrage nach Ihrem Beruf in Ihrer Region.

So lesen Sie die Karte: Über den Umschalter oben wählen Sie, was die Karte zeigt: die Arbeitslosenquote oder den Anteil der Bevölkerung, der nur sehr schlecht oder gar nicht an Bus und Bahn angebunden ist. Je dunkler ein Land, desto höher der Wert. Tippen oder klicken Sie auf ein Land, um beide Werte mit dem Bundesdurchschnitt zu vergleichen. Die orangen Punkte markieren die Bundesländer, für die gerade eine eigene Seite entsteht.

SH HH NI HB NRW HE RP BW BY SL BE BB MV SN ST TH
Arbeitslosenquote September 2026unter 5 %5 bis unter 6 %6 bis unter 7 %7 bis unter 8 %8 % und mehrLänderseite in Vorbereitung
Alle Bundesländer: Arbeitslosigkeit und Nahverkehr
BundeslandArbeitslosen­quoteim Vergleich zu DeutschlandNahverkehr: schlecht angebundenLänderseite
Bayern4,2 %
38,5 %in Vorbereitung
Baden-Württemberg4,7 %
21,0 %in Vorbereitung
Rheinland-Pfalz5,5 %
23,8 %in Vorbereitung
Schleswig-Holstein5,7 %
33,0 %in Vorbereitung
Hessen5,9 %
19,4 %in Vorbereitung
Niedersachsen6,1 %
42,2 %in Vorbereitung
Brandenburg6,3 %
36,5 %
Thüringen6,3 %
35,7 %
Deutschland6,4 %
≈ 26 %
Sachsen7,1 %
25,0 %
Saarland7,3 %
30,0 %
Mecklenburg-Vorpommern7,6 %
38,4 %
Nordrhein-Westfalen7,9 %
18,3 %in Vorbereitung
Sachsen-Anhalt8,0 %
37,6 %
Hamburg8,4 %
1,5 %in Vorbereitung
Berlin10,4 %
0,5 %
Bremen11,2 %
3,8 %*in Vorbereitung

Quellen: Arbeitslosenquote (bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen): Bundesagentur für Arbeit, Monatsbericht September 2026 und Berichte der Regionaldirektionen (30.09.2026). Nahverkehr: Anteil der Bevölkerung mit sehr schlechter oder keiner Anbindung an Bus und Bahn (Güteklassen E, F oder keine), Greenpeace/Plan4Better „Abgehängt“, März 2025, Fahrplandaten eines Werktags ohne Rufbusse. * Bremen: nur Bremerhaven ausgewertet.

Was die Quote über Ihre Chancen sagt – und was nicht

Die Arbeitslosenquote ist ein guter erster Überblick. Für Ihre persönliche Situation reicht sie aber nicht aus, aus drei Gründen.

Sie mischt alle Berufe. Eine hohe Quote in einem Land heißt nicht, dass Ihr Beruf dort schwer zu vermitteln ist. Die Bundesagentur zählt bundesweit 157 Berufe mit Fachkräfteengpässen, vor allem in Pflege, Bau, Handwerk und Kinderbetreuung. Softwareentwicklung und IT-Vertrieb stehen in der Engpassanalyse 2025 nicht mehr auf der Liste.

Sie mischt alle Regionen eines Landes. Innerhalb eines Bundeslands liegen Kreise oft weit auseinander. Großstädte und ländliche Regionen entwickeln sich unterschiedlich.

Sie sagt nichts über den Wettbewerb um eine Stelle. 2025 kamen auf eine Neueinstellung im Schnitt 16 Bewerbungen, bei IT- und naturwissenschaftlichen Berufen sogar 40. Nur rund jede vierte Bewerbung hielten die Betriebe für geeignet (IAB).

Aus meiner Praxis: Mobilität wird schwieriger

Wer in einem Land mit hoher Arbeitslosigkeit lebt, könnte einfach dort arbeiten, wo es mehr Stellen gibt. So einfach ist es in der Praxis nicht mehr.

Weniger Tage zu Hause. Viele, die während und nach Corona bis zu fünf Tage in der Woche von zu Hause gearbeitet haben, sollen heute wieder an drei Tagen ins Büro kommen. Das zeigen auch die Zahlen: Wie viele Menschen zumindest zeitweise von zu Hause arbeiten, hat sich kaum verändert – 2025 war es rund jeder vierte Erwerbstätige, so viele wie 2021. Verändert hat sich der Umfang. 2021 arbeiteten noch 40 % von ihnen ausschließlich zu Hause, 2025 nur noch 24 %. Fast die Hälfte (46 %) ist inzwischen an weniger als der Hälfte der Arbeitstage zu Hause, 2021 waren es 31 % (Destatis, 22.04.2026). Und in der Industrie, im Handel und am Bau arbeitet ohnehin kaum jemand von zu Hause (ifo, 07.09.2026). Für die meisten heißt eine neue Stelle deshalb: Der Arbeitsweg gehört wieder zum Alltag.

Pendeln kostet Kraft. Wer zum Beispiel aus Schleswig-Holstein nach Hamburg pendelt, steht mit wachsendem Verkehr immer häufiger im Stau. Das belastet auf Dauer, und das sehen auch viele Bewerber kritisch.

Umziehen ist schwer. Der Wohnungsmarkt in Hamburg ist sehr angespannt. Ein Umzug für eine neue Stelle scheitert oft schon an der Wohnungssuche.

Mobilität kostet. Super E10 kostete Anfang Oktober 2026 im Schnitt 2,13 Euro je Liter, Diesel 2,23 Euro – trotz der Steuersenkung auf Kraftstoff seit 1. Oktober (ADAC via ms-aktuell, 07.10.2026). Das Deutschlandticket kostet seit Januar 2026 63 Euro im Monat. Und auf die Bahn ist nicht immer Verlass: Im September 2026 war nur gut jeder zweite Fernzug pünktlich (52,4 %), im Regionalverkehr waren es 88,2 % (Deutsche Bahn).

Auf dem Land trifft es Pendler besonders. Wer ländlich wohnt, hat oft keine echte Alternative zum Auto. Den größten Anteil an Menschen mit sehr schlechter Nahverkehrsanbindung haben diese Flächenländer:

BundeslandAnteil der Bevölkerung mit sehr schlechter oder keiner ÖPNV-Anbindung
Niedersachsen42,2 %
Bayern38,5 %
Mecklenburg-Vorpommern38,4 %
Sachsen-Anhalt37,6 %
Brandenburg36,5 %
Thüringen35,7 %
Schleswig-Holstein33,0 %
Sachsen25,0 %
Rheinland-Pfalz23,8 %
Baden-Württemberg21,0 %
Hessen19,4 %
Nordrhein-Westfalen18,3 %

Quelle: Greenpeace/Plan4Better, „Abgehängt“ (03/2025), Fahrplandaten eines Werktags, ohne Rufbusse. Bundesweit sind laut Agora Verkehrswende rund 21 Millionen Menschen schlecht oder gar nicht an Bus und Bahn angebunden; den größten Unterschied zwischen Stadt und Land hat Bayern (ÖV-Atlas 2026).

Was das für Sie heißt

Die Folge sehe ich in meiner Arbeit deutlich: Bewerbungen aus dem Umland sind spürbar zurückgegangen. Rechnen Sie bei Ihrer Zielposition deshalb nicht nur mit Gehalt und Aufgabe, sondern auch mit dem Arbeitsweg. Und fragen Sie im Gespräch früh, wie viele Tage vor Ort wirklich erwartet werden.

Länderseiten

Für diese Bundesländer entstehen nach und nach eigene Seiten mit Branchen, gesuchten Berufen und Praxisbeispielen: Schleswig-Holstein, Hamburg, Niedersachsen, Bremen, Nordrhein-Westfalen, Hessen, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Bayern. Die übrigen Länder folgen später.

Häufige Fragen

Welches Bundesland hat die niedrigste Arbeitslosenquote?+

Bayern mit 4,2 % (September 2026), vor Baden-Württemberg mit 4,7 %.

Welches Bundesland hat die höchste Arbeitslosenquote?+

Bremen mit 11,2 %, vor Berlin mit 10,4 %.

Wie oft werden die Zahlen aktualisiert?+

Die Bundesagentur für Arbeit veröffentlicht monatlich. Ich aktualisiere die Karte einmal im Quartal.

Quellen: Bundesagentur für Arbeit, Monatsbericht September 2026 · BA-Fachkräfteengpassanalyse 2025 · IAB-Stellenerhebung 2/2026 · Destatis, 22.04.2026 · Greenpeace/Plan4Better 2025

Kay Bröder

Über den Autor: Kay Bröder

Seit 2009 Karriereberater für Fach- und Führungskräfte, vorher selbst Personal- und Verwaltungsleiter und in der Unternehmensführung. Mehr als 1.000 Beratungen zu beruflicher Neuorientierung, Outplacement und Bewerbung.

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